Die Kandidatenkür der Demokraten in den USA ist mittlerweile abgeschlossen, bei den großen Parteien steht fest, wer in das Rennen um die US-Präsidentschaft geschickt wird. Doch erfüllen die Kandidaten auch die Anforderungen, die von weiten Teilen der Bevölkerung an sie gestellt werden?
Wie weit die Fähigkeiten und Vorstellungen der Kandidaten von den Vorstellungen vieler Wähler abweichen oder überstimmen kann jetzt in einem Wiki nachvollzogen werden. Unter
Wikicandidate08.com ist nach anfänglichem Wirrwarr mittlerweile ein beeindruckendes Profil eines fiktiven Präsidentschaftskandidaten von den verschiedensten Nutzern erstellt worden.* Der Kandidat kennt sowohl die Nöte des weißen Fabrikarbeiters als auch die Sorgen alleinerziehender Mütter. Die Community ist sich in Sachen Geschlecht des Kandidaten allerdings noch uneins (in der Biographie ist von einer weiblichen Kandidatin die Rede, deren Mutter Spanierin ist, an anderer Stelle ist von einem männlichen Kandidaten die Rede).
Inwiefern hier noch ein klareres Präsidentenprofil herausgearbeitet werden kann, wird sich zeigen. Zumindest lohnt es sich, die Idee aufzugreifen und an anderer Stelle gegebenenfalls auszuprobieren: Es ist doch durchaus denkbar, dass das Management relevante Anregungen zum Führungsstil, der Unternehmenskultur und der Strategie aus einem Wiki ziehen kann, in dem die Mitarbeiter ihre Vorstellungen vom Management und dem perfekten Manager zusammen führen!
* Mit dem Projekt wollen Doktoranden der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York die Vor- und Nachteile der Online-Bürgerbeteiligung im Präsidentschaftswahljahr testen.